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Selektive Emanzipation. Analysen zur Gleichstellungs- und Familienpolitik (hg. zusammen mit Eva Buchholz und Stefanie Janczyk), Opladen & Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich 2010.

Buchcover im Internet

Wandel im Schneckentempo. Arbeitszeitpolitik und Geschlechtergleichheit im deutschen Wohlfahrtsstaat, Opladen: Leske + Budrich 2002.
Vorschau
Zum Inhalt: In dem Buch wird die Gleichstellungs- und Familienpolitik der Großen Koalition sowie anderer ost- und westeuropäischer Länder aus feministischer Perspektive kritisch reflektiert. Die gleichstellungspolitisch umstrittenen Wirkungen der aktuellen Familienpolitik, die von einem "soften" Randbereich zu einem zentralen Feld in der Sozialpolitik avanciert ist, werden ebenso in den Blick genommen wie die Gleichstellungspolitik, die - so die vielfach geäußerte Kritik - zu einem ‚Nebenprodukt' der Familienpolitik verkommen sei.

Der von der Großen Koalition fortgesetzte Umbau des Sozialmodells Deutschland enthält viele geschlechterpolitische Implikationen. Dabei zeichnet sich die Debatte um die Wirkungen dieser Politik im Hinblick auf Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit durch eine enorme thematische Breite aus und der Erfolg der schwarz-roten Gleichstellungspolitik ist umstritten. Im Zentrum der Debatte steht die aktuelle Familienpolitik, die von einem "soften" Randbereich zu einem zentralen Feld in der Sozialpolitik avanciert ist.

Einige bewerten die Entwicklungen positiv. Sie sehen in einer Reihe sozial- und familienpolitischer Maßnahmen eine Abkehr vom Leitbild des traditionellen Familienernährermodells. Demgegenüber stellen andere Tendenzen einer Re-Traditionalisierung der Geschlechterverhältnisse in der aktuellen politischen Debatte in den Vordergrund und äußern Skepsis. V. a. von frauen- und gleichstellungspolitischer Seite wird kritisiert, dass Gleichstellungspolitik zu einem ‚Nebenprodukt' der Familienpolitik verkomme. Zugleich werden Indizien einer weitreichenden Entpolitisierung der Frauenpolitik und einen Bedeutungsverlust ‚klassischer' Gleichstellungspolitik konstatiert. Zu derlei Diskussion und Entwicklungen hinzu gesellt sich eine Debatte um einen ‚Neuen Feminismus', in der die ‚alten' Anliegen der Frauenbewegung zur Disposition gestellt werden.

Vor diesem Hintergrund werden Stand und Perspektiven der Gleichstellungs- und Familienpolitik präsentiert. Die Politik der Großen Koalition wird nach einer Legislaturperiode aus feministischer Perspektive kritisch reflektiert. Weiter werden verschiedene ost- und westeuropäische Länder in den Blick genommen, in denen die Debatte um Fort- oder Rückschritte in der Gleichstellungs- und Familienpolitik ebenfalls geführt wird.
Zum Inhalt: Das Buch untersucht den Zusammenhang von Arbeitszeit, Geschlechterverhältnis, Arbeitsmarkt und Wohlfahrtsstaat. Analysiert werden die Struktur des Politikfelds Arbeitszeitpolitik und die geschlechtsspezifischen Auswirkungen arbeitszeitpolitischer Maßnahmen in der Arbeitsmarkt-, Sozialversicherungs- und Familienpolitik. Die Bedeutung der staatlichen Steuerung durch Arbeitszeitpolitik beim Wandel von der Alleinverdienerehe zur modernierten Versorgerehe wird aufgezeigt. Des Weiteren werden Blockaden und Triebkräfte des Wandels von Geschlechterarrangements benannt.

Grenzen der Bevölkerungspolitik. Strategien und Diskurse demographischer Steuerung (hg. zusammen mit Barbara Holland-Cunz), Opladen & Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich 2007.

 

 
Zum Inhalt: Die Sorge um die "alternde" deutsche Gesellschaft ist heute allgegenwärtig und provoziert eine aufgeregte Debatte darüber, wie die Geburtenrate, insbesondere bei der jüngeren Akademikerinnen-Generation, erfolgreich gesteigert werden könnte. In der Debatte wird einhellig unterstellt, dass staatliche Fördermaßnahmen, (privat-)wirtschaftliche Unterstützungen und/oder Veränderungen der gesellschaftlichen Kultur Frauen davon überzeugen können, Kinder zu gebären. Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen befragen – historisch und international vergleichend - Geschichte und Daten, um den Grenzen bevölkerungspolitischer Steuerung auf die Spur zu kommen.

In dem Band wird der Frage nachgegangen, ob die allgemein geteilten Unterstellungen tatsächlich zutreffend sind. Lassen sich Frauen von staatlichen, (privat-)wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren zum Gebären "anleiten"? Kann die Geburtenrate durch politische Strategien und Diskurse wirksam gesteigert werden? Ist Bevölkerungspolitik, ob pro- oder antinatalistisch, ob in der Geschichte oder der globalisierten Gegenwart, ob repressiv oder unterstützend, eine Politik, die erfolgreich zu steuern vermag? Übersetzen sich bevölkerungspolitische Regulierungsversuche, gleich welcher Provenienz, in individuelle Lebensentscheidungen? Folgen Frauen freiwillig den biopolitischen Vorgaben zwischen Geburtenförderung und Geburtenverhinderung?

Um der Beantwortung dieser schwierigen Fragen näher zu kommen, werden sehr unterschiedliche bevölkerungspolitische Regime vergleichend betrachtet und diskutiert: der auf die so genannte Dritte Welt bezogene "Überbevölkerungsdiskurs", die pro- und antinatalistischen Politiken des Nationalsozialismus sowie zeitgenössische Arrangements in ausgewählten Staaten der Europäischen Union, insbesondere in Frankreich und in den nordischen Ländern.

 
©2005 Diana Auth